Fragen zur Kur
Sie möchten zur Kur - da ist an vieles zu denken. Die nachfolgenden Informationen ebnen Ihnen den Weg dorthin und das auf einen B(K)lick.
Die Kur in staatlich anerkannten Heil-bädern und Kurorten ist eine komplexe, ärztlich geleitete Übungsbehandlung zur Vor- und Nachsorge (Prävention und Rehabilitation) und für geeignete chronische Krankheiten und Leiden eine stabilisierende Behandlung im Rahmen eines notwendigen individuellen, lebenslangen Gesundheitsprogrammes. Bei krankheitsanfälligen Kindern stärken Kuren eine gesunde Entwicklung. Bei älteren Menschen helfen sie, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu überwinden. Der Begriff Kur umfasst ein weitverzweigtes System von Vorsorge-, Krankheits- und Rehabilitationsbehandlungen, bei denen die sog. Reiz-Reaktionstherapie, d. h. die Aktivierung des „inneren Arztes“ mithilfe der ortsspezifischen Kurmittel, physikalischer Behandlung und Bewegungstherapie eine wichtige Rolle spielt. Der Wechsel von Ort, Klima und Milieu ist psychisch und physisch vorteilhaft, u. a. auch dafür, eine Krankheit zu verhüten oder zumindest mit der Krankheit besser umzugehen. Dies nicht zuletzt durch das Erlernen einer angemessenen Lebensführung.
Selbstverständlich. In fast allen Heilbädern und Kurorten stehen den Gästen psychologisch erfahrene Therapeuten zur Verfügung. Darüber hinaus bieten die beiden großen christlichen Konfessionen geistlichseelische Hilfe in Form der Kurseelsorge an.
Für eine Reihe von Krankheiten ist eine unspezifische Kurbehandlung nicht geeignet, jedoch gibt es hierfür hochspezialisierte Fachkliniken. Nicht geeignet (Gegenanzeigen): Generell kommt eine Kur- oder Rehamaßnahme nicht in Betracht bei:
- Akut entzündlichen Krankheitsstadien
- Infektiösbakteriellen Darmerkrankungen
- Entgleisten (dekompensierten) Herzerkrankungen
- Blutenden Schleimhautgeschwüren
- Zerebralen Anfallsleiden (Krampfleiden)
Nach jahrzehntelangen medizin-wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte eine Kur vier Wochen, mindestens aber drei Wochen dauern, um einen möglichst lang anhaltenden gesundheitlichen Erfolg zu erbringen. Für eine Reihe von Erkrankungen können die Krankenkassen aber auch generell längere oder auch kürzere Verfahrenszeiten bestimmen. Außerdem sind Verlängerungen aufgrund der medizinischen Situation auch in Einzelfällen möglich. Die Wirkung kürzerer Behandlungsdauer besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Im weitesten Sinne versteht man unter Kurmittel alle Heilmittel, Verfahren und Faktoren, die in einer Kur auf den Kurgast als Reiz einwirken. Im engeren Sinn sind damit die ortsgebundenen (ortsspezifischen) Heilmittel wie Heilwässer, Peloide (Moor, Schlamme, Schlicke und Heilerden) sowie Heilgase, Klimabedingungen und Kneippanwendungen gemeint.
Die Bewegungstherapie in den Kurorten ist stets in verschiedene Schwierigkeitsstufen und entsprechende Teilnehmergruppen eingeteilt. Der zuständige Therapeut achtet sehr genau darauf, dass keiner der Teilnehmer in irgendeiner Weise überlastet wird.
Der ortsansässige Badearzt oder Kurarzt besitzt als Arzt für Allgemeinmedizin oder als Facharzt eine Zusatzqualifikation, die er durch verschiedene Kurse zur Vermittlung der theoretischen und praktischen Kenntnisse der Balneologie und Klimatologie und nach praktischer, mindestens einjähriger Arbeit im Kurort erworben hat. Er ist vor allem mit den genauen Wirkungsweisen der ortsspezifischen Kurmittel vertraut und kann diese anhand eines individuellen Kurplanes für jeden einzelnen Patienten gezielt dosiert verordnen.
In nahezu allen Kurorten ist die Diätversorgung verschiedenster Art gewährleistet. Wer z. B. bei einer besonders ausgefallenen Diätform ganz auf Nummer Sicher gehen will, achte auf das „RAL Gütezeichen Diät und Vollkost“, das unter streng kontrollierten Voraussetzungen den Vertragshäusern (Restau-rants, Kliniken, Sanatorien usw.) auf Zeit von der Gütegemeinschaft Diät und Vollkost e. V. verliehen wird.
Viele Kurkliniken sind behindertengerecht eingerichtet. Einen ganzen Kurort behindertengerecht auszustatten, ist jedoch zumeist nicht möglich, weil die traditionelle Ortsstruktur und die historischen Ge-bäude eine barrierefreie Umgestaltung häufig nicht zulassen. Sie sollten sich deshalb vorher bei der jeweiligen Kur-verwaltung über genaue Einzelheiten erkundigen.
Zur komplexen Kurortbehandlung gehört auch das Ziel Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Daher gibt es in den Kurorten ein vielfältiges Kultur- Sport- und Freizeitangebot. Traditionelle Kurkonzerte, moderne Badethermen sowie üppige Parkanlagen bieten gute Unterhaltung und Zerstreuung und laden Sie zum Verweilen ein. Ihre Kurverwaltung bzw. Touristinformation übermittelt Ihnen gern alle not-wendigen Informationen.
Wenn Sie eine ambulante Vorsorgeleistung der Krankenkasse durchführen, bietet eine Reihe von Kurorten Möglichkeiten, in den örtlichen Kinderkrippen oder Kindergärten Kurgastkinder zeitweilig oder auch ganztägig mit betreuen zu lassen. Bei stationären Kur- und Rehamaßnahmen ist die Begleitung von Kindern, von wenigen Ausnahmen abgesehen, generell nicht vorgesehen. Es sei denn, es handelt sich um spezielle Mütter-/ Väter-Kind-Kuren. Sie sollten sich vor Kurantritt bei der Kur- oder Klinikverwaltung des von Ihnen ausgewählten Kurortes über solche Voraussetzungen erkundigen.